Verkehrsmittel im CO₂-Vergleich: So klimafreundlich sind Wege durch Köln
Ein Auto verursacht laut Umweltbundesamt im Schnitt 164 Gramm CO₂-Äquivalente je Personenkilometer, die Stadtbahn 42 Gramm, der Linienbus 90 Gramm und das Pedelec 3 Gramm. Fahrrad und Fußweg sind im Betrieb emissionsfrei. In Köln wird schon ein Viertel aller Wege mit dem Rad gefahren.
Die Durchschnittswerte des Umweltbundesamts für 2024 zeigen klare Unterschiede: Auto 164 g, Linienbus 90 g, Elektroauto 70 g, S-Bahn und Regionalzug 44 g, Stadtbahn 42 g, Pedelec 3 g CO₂-Äquivalente je Personenkilometer. Ein Arbeitsweg von 5 km in Köln kostet mit dem Auto im Jahr rund 361 kg CO₂e, mit der Stadtbahn 92 kg. Laut Mobilitätserhebung der Stadt Köln von 2022 sind 25 % aller Wege Radwege – genauso viele wie Autowege.
Wie viel CO₂ verursachen die Verkehrsmittel?
Laut Umweltbundesamt verursacht ein Auto im Durchschnitt 164 g CO₂-Äquivalente je Personenkilometer, ein Linienbus 90 g, ein Elektroauto 70 g, die Stadtbahn 42 g und ein Pedelec 3 g. Die Werte gelten für Deutschland im Jahr 2024.
Ein Personenkilometer ist die Beförderung einer Person über einen Kilometer. Die Werte stammen aus dem Modell TREMOD (Version 6.71B, Stand 10/2025) und enthalten die Emissionen aus der Bereitstellung von Kraftstoff und Strom. Die Herstellung der Fahrzeuge ist nicht enthalten.
| Verkehrsmittel | g CO₂e je Pkm | angenommene Auslastung |
|---|---|---|
| Fahrrad, zu Fuß | 0 | – |
| Pedelec | 3 | 1 Person |
| Fernzug | 26 | 47 % |
| Fernbus | 30 | 53 % |
| Stadtbahn, U-Bahn, Straßenbahn | 42 | 19 % |
| S-Bahn, Regionalzug | 44 | 30 % |
| Elektroauto | 70 | 1,4 Personen |
| Linienbus | 90 | 16 % |
| Benziner | 165 | 1,4 Personen |
| Diesel | 175 | 1,4 Personen |
| Inlandsflug | 290 | 73 % |

Alle Werte sind CO₂-Äquivalente, rechnen also Methan und Lachgas mit ein.
Warum hängt das Ergebnis so stark von der Auslastung ab?
Die Auslastung entscheidet, auf wie viele Personen sich die Emissionen eines Fahrzeugs verteilen. Ein voller Bus schneidet deutlich besser ab als der Durchschnitt mit 16 % Auslastung, ein allein gefahrenes Auto schlechter als der Wert für 1,4 Personen.
Der Linienbus wirkt in der Tabelle überraschend schwach. Das liegt an der niedrigen mittleren Auslastung über alle Fahrten und daran, dass viele Busse noch mit Diesel fahren: Laut UBA liegen Elektrobusse bei 62 g und Dieselbusse bei 94 g je Personenkilometer. In der Hauptverkehrszeit, wenn Bahnen und Busse voll sind, sind beide klar im Vorteil gegenüber dem Auto.
Für einen fairen Vergleich zählt die Wahl, die tatsächlich ansteht. Wer morgens allein im Auto zur Arbeit fährt, liegt über den 164 g des Durchschnitts, weil dieser Wert mit 1,4 Personen pro Auto rechnet. Wer auf eine volle Stadtbahn umsteigt, verursacht dagegen weniger als die 42 g im Jahresmittel – denn die Bahn fährt ohnehin, und der zusätzliche Fahrgast verändert ihren Ausstoß kaum.
Was bedeutet das für einen Arbeitsweg in Köln?
Ein Arbeitsweg von 5 km einfacher Strecke an 220 Tagen ergibt 2.200 km im Jahr. Mit dem Auto verursacht das laut UBA-Werten rund 361 kg CO₂e, mit dem Bus 198 kg, mit der Stadtbahn 92 kg, mit dem Pedelec 7 kg und mit dem Fahrrad nichts.
Die Rechnung ist einfach: Kilometer pro Jahr mal Emissionsfaktor. 5 km × 2 × 220 Tage = 2.200 km. 2.200 km × 164 g = 361 kg. Für Ihre eigene Strecke rechnet der CO₂-Wegerechner mit allen 14 Verkehrsmitteln.
Wie bewegen sich Kölnerinnen und Kölner heute?
Laut Mobilitätserhebung der Stadt Köln von 2022 legen Kölnerinnen und Kölner 33 % ihrer Wege zu Fuß zurück, 25 % mit dem Fahrrad, 25 % mit dem Auto und 17 % mit Bus und Bahn. 2017 lag der Autoanteil noch bei 35 %.
Für die Erhebung haben mehr als 11.000 Kölnerinnen und Kölner im Oktober und November 2022 über 36.000 Wege protokolliert. Am höchsten ist der Radanteil in Ehrenfeld: Dort werden 37 % aller Wege mit dem Rad zurückgelegt. Die Verteilung der Wege auf die Verkehrsmittel heißt Modal Split.
Bus und Bahn haben dagegen leicht verloren, von 19 % auf 17 % der Wege. Die Erhebung fiel in die Zeit vor dem Deutschlandticket, das im Mai 2023 startete und seit Januar 2026 63 Euro im Monat kostet.
Wie kann ich in Köln klimafreundlicher unterwegs sein?
Klimafreundlicher unterwegs sind Sie mit der Wege-Leiter: zuerst kurze Wege zu Fuß, dann das Rad oder Pedelec, für längere Strecken Bahn und Bus, und das Auto nur dort, wo die anderen Stufen nicht passen – am besten geteilt.
- Zu Fuß für Wege bis etwa zwei Kilometer.
- Rad oder Pedelec für die meisten Wege innerhalb der Stadt; für Einkäufe und Kinder hilft ein Lastenrad.
- Stadtbahn, S-Bahn und Bus für längere Strecken und schlechtes Wetter.
- Carsharing für die seltenen Fahrten, für die ein Auto wirklich nötig ist.
- Eigenes Auto möglichst voll besetzt – bei Neuanschaffung elektrisch.
Diese Reihenfolge entspricht dem Umweltverbund, den auch viele Städte als Ziel ihrer Verkehrsplanung nennen.
💬 Einschätzung der Redaktion
Köln ist beim Rad schon weiter, als viele denken: Ein Viertel aller Wege, in Ehrenfeld mehr als ein Drittel. Der größte offene Hebel liegt bei den mittleren Strecken von fünf bis fünfzehn Kilometern, die heute oft mit dem Auto gefahren werden. Genau dort spielen Pedelec und Stadtbahn ihre Stärken aus – das Pedelec mit 3 g je Kilometer praktisch ohne Emissionen.
- UBA 2024: Auto 164 g, Bus 90 g, E-Auto 70 g, Stadtbahn 42 g, Pedelec 3 g CO₂e je Pkm.
- 5 km Arbeitsweg, 220 Tage: 361 kg mit dem Auto, 92 kg mit der Stadtbahn.
- Köln 2022: 25 % Rad, 25 % Auto, 33 % zu Fuß, 17 % Bus und Bahn.
- Deutschlandticket: 63 Euro im Monat seit Januar 2026.
- Die Wege-Leiter: Fuß – Rad – Bahn und Bus – Carsharing – eigenes Auto.
Häufige Fragen
Welches Verkehrsmittel ist am klimafreundlichsten?
Zu Fuß gehen und Fahrradfahren verursachen im Betrieb keine Emissionen, das Pedelec laut UBA 3 g CO₂e je Personenkilometer. Unter den motorisierten Verkehrsmitteln liegen Fernzug (26 g) und Fernbus (30 g) vorn, in der Stadt Stadtbahn (42 g) und S-Bahn (44 g).
Ist ein Elektroauto klimafreundlicher als ein Benziner?
Im Betrieb ja: Das UBA setzt für Elektroautos 70 g und für Benziner 165 g CO₂e je Personenkilometer an, jeweils mit dem deutschen Strommix und ohne Fahrzeugherstellung.
Was kostet das Deutschlandticket 2026?
Das Deutschlandticket kostet seit 1. Januar 2026 63 Euro im Monat. Ab 2027 soll der Preis über einen Index angepasst werden.
Wie oft fahren Kölnerinnen und Kölner Fahrrad?
Laut Mobilitätsbefragung der Stadt Köln von 2022 werden 25 % aller Wege mit dem Rad zurückgelegt – genauso viele wie mit dem Auto. In Ehrenfeld sind es 37 %.
Quellen
- Umweltbundesamt: Emissionsdaten Personenverkehr 2024 (TREMOD 6.71B) (abgerufen am 07.11.2026)
- Stadt Köln: Mobilitätsbericht Köln, Mobilitätserhebung 2022 (abgerufen am 07.11.2026)
- Stiftung Warentest: Deutschlandticket – Das müssen Sie wissen (abgerufen am 07.11.2026)