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Klima-Glossar

Kurz gesagt

76 Begriffe rund um Klimawandel, Klimaschutz, Energie und Klimabildung – jeweils in einem Satz erklärt und, wo es passt, mit Bezug auf Köln.

1ABCDEFGIJKLMNPRSTUVWÖ

1

1,5-Grad-Ziel
Das 1,5-Grad-Ziel ist die im Pariser Abkommen vereinbarte Anstrengung, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen.

A

Außerschulischer Lernort
Ein außerschulischer Lernort ist ein Ort außerhalb des Klassenzimmers, an dem Lernende Themen direkt erleben, etwa ein Wald, ein Klärwerk, ein Museum oder ein Gemeinschaftsgarten.

B

Balkonkraftwerk
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Solaranlage mit Wechselrichter, die über eine Steckdose oder eine Energiesteckdose Strom ins Hausnetz einspeist.
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
Bildung für nachhaltige Entwicklung befähigt Menschen, die Auswirkungen ihres Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.
Biodiversität
Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens: die Vielfalt der Arten, innerhalb der Arten und der Lebensräume.
Bürgerbeteiligung
Bürgerbeteiligung bezeichnet Verfahren, in denen Einwohnerinnen und Einwohner Planungen und Entscheidungen ihrer Stadt mitgestalten können.

C

CO₂-Fußabdruck
Der CO₂-Fußabdruck ist die Menge an Treibhausgasen, die eine Person, ein Produkt oder eine Organisation in einem Zeitraum direkt und indirekt verursacht.
CO₂-Kompensation
Bei der CO₂-Kompensation werden eigene Emissionen ausgeglichen, indem man Klimaschutzprojekte an anderer Stelle finanziert.
CO₂-Preis
Ein CO₂-Preis macht den Ausstoß von Kohlendioxid teurer, damit klimafreundliche Alternativen wirtschaftlich attraktiver werden.
CO₂-Senke
Eine CO₂-Senke ist ein natürliches oder technisches System, das mehr Kohlendioxid aufnimmt und speichert, als es abgibt.
CO₂-Äquivalente
CO₂-Äquivalente rechnen die Wirkung verschiedener Treibhausgase in die Menge CO₂ um, die über einen festgelegten Zeitraum die gleiche Erwärmung verursachen würde.
Carsharing
Carsharing bedeutet, ein Auto bei Bedarf zu mieten und mit anderen zu teilen, statt ein eigenes zu besitzen.

D

Dachbegrünung
Dachbegrünung ist eine Pflanzenschicht auf einem Dach, die Regenwasser speichert, durch Verdunstung kühlt und Lebensraum für Insekten bietet.
Deutschlandticket
Das Deutschlandticket ist ein bundesweit gültiges Monatsabonnement für Busse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr.

E

Eigenverbrauch
Eigenverbrauch ist der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird, statt ins Netz zu fließen.
Emissionshandel
Beim Emissionshandel wird eine Obergrenze für Emissionen festgelegt und in handelbare Zertifikate aufgeteilt; wer CO₂ ausstößt, muss Zertifikate abgeben.
Energieausweis
Der Energieausweis ist ein Dokument, das den Energiebedarf oder -verbrauch eines Gebäudes bewertet und in Effizienzklassen einordnet.
Energieberatung
Eine Energieberatung prüft, wo in einer Wohnung oder einem Gebäude Energie verloren geht und welche Maßnahmen sich lohnen.
Energiewende
Die Energiewende ist der Umbau der Energieversorgung weg von Kohle, Öl, Gas und Atomkraft hin zu erneuerbaren Energien und mehr Effizienz.
Entsiegelung
Entsiegelung heißt, Asphalt, Beton oder Pflaster zu entfernen, damit der Boden wieder Wasser aufnehmen und Pflanzen tragen kann.
Erderwärmung
Erderwärmung ist der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche gegenüber dem vorindustriellen Niveau.
Erdüberlastungstag
Der Erdüberlastungstag markiert den Tag im Jahr, an dem die Menschheit rechnerisch so viele natürliche Ressourcen verbraucht hat, wie die Erde in einem Jahr erneuern kann.
Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien stammen aus Quellen, die sich auf menschlichen Zeitskalen nicht erschöpfen: Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse.

F

Fernwärme
Fernwärme ist Heizwärme, die zentral erzeugt und über ein Rohrnetz mit heißem Wasser zu vielen Gebäuden transportiert wird.
Foodsharing
Foodsharing bedeutet, überschüssige Lebensmittel weiterzugeben, statt sie wegzuwerfen – privat, über Fair-Teiler-Regale oder durch Abholung bei Betrieben.
Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
Das Freiwillige Ökologische Jahr ist ein gesetzlich geregelter Freiwilligendienst, in dem junge Menschen sechs bis 18 Monate in Natur-, Umwelt- oder Klimaschutzeinrichtungen mitarbeiten.

G

Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Das Gebäudeenergiegesetz regelt die energetischen Anforderungen an Gebäude in Deutschland, einschließlich der Vorgaben für neue Heizungen.
Gestaltungskompetenz
Gestaltungskompetenz ist die Fähigkeit, Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung zu erkennen und zu verändern.
Graue Energie
Graue Energie ist die Energie, die für Herstellung, Transport, Lagerung und Entsorgung eines Produkts oder Gebäudes aufgewendet wird.
Grundlast
Die Grundlast ist die Leistung, die ein Haushalt rund um die Uhr ständig bezieht, etwa für Kühlschrank, Router und Geräte im Bereitschaftsbetrieb.

I

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)
Der individuelle Sanierungsfahrplan ist ein Plan, der zeigt, in welcher Reihenfolge ein Gebäude Schritt für Schritt energetisch saniert werden kann.

J

Jahresarbeitszahl (JAZ)
Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe über ein Jahr im Verhältnis zum eingesetzten Strom geliefert hat.

K

Kilowattpeak (kWp)
Kilowattpeak ist die Nennleistung von Solarmodulen unter genormten Testbedingungen und dient zum Vergleich von Anlagen.
Kipppunkte
Kipppunkte sind Schwellen im Klimasystem, ab denen sich ein Teil wie ein Eisschild oder ein Regenwald selbstverstärkend und oft unumkehrbar verändert.
Klimaangst
Klimaangst bezeichnet Sorgen und belastende Gefühle angesichts der Klimakrise; sie ist keine Krankheit, sondern eine verständliche Reaktion auf eine reale Bedrohung.
Klimaanpassung
Klimaanpassung umfasst alle Maßnahmen, mit denen sich Menschen, Städte und Natur auf die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels einstellen.
Klimabildung
Klimabildung vermittelt Wissen über Ursachen und Folgen des Klimawandels und stärkt die Fähigkeit, im eigenen Umfeld Klimaschutz umzusetzen.
Klimafolgen
Klimafolgen sind die Auswirkungen des Klimawandels auf Natur, Gesundheit, Wirtschaft und Infrastruktur – von Hitzewellen bis zu Ernteausfällen.
Klimaneutral
Klimaneutral heißt, dass eine Stadt, ein Unternehmen oder ein Produkt unter dem Strich keine zusätzlichen Treibhausgase mehr in die Atmosphäre bringt.
Klimaschule
Als Klimaschule bezeichnen sich Schulen, die Klimaschutz systematisch in Unterricht, Schulleben und Gebäudebetrieb verankern; je nach Programm ist der Titel an Kriterien gebunden.
Klimaschutzgesetz
Das Bundes-Klimaschutzgesetz legt fest, wie stark Deutschland seine Treibhausgas-Emissionen senken muss: minus 65 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 und Treibhausgasneutralität bis 2045.
Klimawandel
Klimawandel bezeichnet die langfristige Veränderung des Klimas; heute ist damit vor allem die vom Menschen verursachte Erwärmung seit der Industrialisierung gemeint.
Kohlendioxid (CO₂)
Kohlendioxid ist das wichtigste vom Menschen verursachte Treibhausgas; es entsteht vor allem beim Verbrennen von Kohle, Öl und Gas.
Kohlenstoffkreislauf
Der Kohlenstoffkreislauf beschreibt, wie Kohlenstoff zwischen Atmosphäre, Ozeanen, Pflanzen, Böden und Gestein ausgetauscht wird.
Kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung ist ein Fahrplan einer Stadt, welche Gebiete künftig über Wärmenetze und welche dezentral, etwa mit Wärmepumpen, beheizt werden sollen.
Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, in dem Produkte und Materialien möglichst lange genutzt, repariert, wiederverwendet und am Ende recycelt werden.
Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll von 1997 war der erste internationale Vertrag mit verbindlichen Reduktionszielen für Treibhausgase, allerdings nur für Industriestaaten.

L

Lastenrad
Ein Lastenrad ist ein Fahrrad mit Ladefläche oder Transportbox, mit dem sich Einkäufe, Kinder oder Material transportieren lassen – oft mit Elektromotor.
Lebensmittelverschwendung
Lebensmittelverschwendung bezeichnet genießbare Lebensmittel, die entlang der Kette vom Acker bis zum Teller weggeworfen werden.

M

Marktstammdatenregister
Das Marktstammdatenregister ist das Online-Register der Bundesnetzagentur, in dem alle Stromerzeugungsanlagen in Deutschland eingetragen werden müssen – auch Balkonkraftwerke.
Methan
Methan ist ein Treibhausgas, das kurzfristig deutlich stärker wirkt als CO₂ und unter anderem aus Tierhaltung, Mülldeponien und der Gasförderung stammt.
Modal Split
Der Modal Split beschreibt, wie sich die Wege oder Kilometer in einer Stadt auf die Verkehrsmittel verteilen.
Moorschutz
Moorschutz bedeutet, Moore nass zu halten oder wieder zu vernässen, damit der im Torf gespeicherte Kohlenstoff nicht als CO₂ entweicht.
Mülltrennung
Mülltrennung heißt, Abfälle nach Art getrennt zu sammeln, damit Wertstoffe recycelt und Bioabfälle verwertet werden können.

N

Netto-Null
Netto-Null heißt, dass nur noch so viele Treibhausgase ausgestoßen werden, wie gleichzeitig aus der Atmosphäre entfernt werden.

P

Pariser Klimaabkommen
Das Pariser Klimaabkommen ist der 2015 beschlossene völkerrechtliche Vertrag, mit dem sich fast alle Staaten verpflichten, die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.
Personenkilometer (Pkm)
Ein Personenkilometer ist die Beförderung einer Person über einen Kilometer und dient als Bezugsgröße, um Verkehrsmittel zu vergleichen.
Photovoltaik
Photovoltaik wandelt Sonnenlicht in Solarzellen direkt in elektrischen Strom um.

R

Regenwassernutzung
Regenwassernutzung heißt, Niederschlag aufzufangen und für Garten, Toilettenspülung oder Waschmaschine zu verwenden, statt ihn in den Kanal zu leiten.
Regional und saisonal
Regional und saisonal einkaufen heißt, Lebensmittel aus der Umgebung zu wählen, wenn sie dort gerade natürlich wachsen.
Repair-Café
Ein Repair-Café ist ein ehrenamtlich organisiertes Treffen, bei dem Menschen defekte Gegenstände gemeinsam mit Helferinnen und Helfern reparieren.

S

Schwammstadt
Die Schwammstadt ist ein Planungsprinzip, bei dem Regenwasser vor Ort gespeichert, versickert und verdunstet wird, statt es schnell in die Kanalisation abzuleiten.
Standby-Verbrauch
Standby-Verbrauch ist der Strom, den Geräte im scheinbar ausgeschalteten Bereitschaftszustand weiter beziehen.
Starkregen
Starkregen ist Niederschlag, der in kurzer Zeit in so großer Menge fällt, dass Kanalisation und Boden ihn nicht aufnehmen können.
Städtische Hitzeinsel
Eine städtische Hitzeinsel ist ein Stadtgebiet, das sich durch Bebauung, Versiegelung und fehlendes Grün deutlich stärker aufheizt als das Umland.

T

Treibhauseffekt
Der Treibhauseffekt beschreibt, wie Gase in der Atmosphäre einen Teil der Wärmestrahlung der Erde zurückhalten und so die Oberfläche erwärmen.
Treibhausgase
Treibhausgase sind Gase, die Wärmestrahlung aufnehmen und so zum Treibhauseffekt beitragen – vor allem Kohlendioxid, Methan, Lachgas und fluorierte Gase.
Treibhausgasneutralität
Treibhausgasneutralität bedeutet ein Gleichgewicht zwischen ausgestoßenen und durch Senken gebundenen Treibhausgasen.

U

Umweltverbund
Der Umweltverbund fasst die umweltfreundlichen Verkehrsmittel zusammen: Fußverkehr, Radverkehr und öffentlichen Nahverkehr, oft ergänzt um Carsharing.
Urban Gardening
Urban Gardening ist gemeinschaftliches oder privates Gärtnern in der Stadt, etwa in Gemeinschaftsgärten, auf Brachflächen, Dächern oder Balkonen.

V

Verkehrswende
Die Verkehrswende ist der Umbau des Verkehrs zu weniger Emissionen, weniger Lärm und mehr Platz für Menschen – durch Vermeiden, Verlagern und Verbessern.

W

Weltklimarat (IPCC)
Der Weltklimarat IPCC trägt den Forschungsstand zum Klimawandel zusammen und bewertet ihn in Sachstandsberichten für Politik und Öffentlichkeit.
Whole Institution Approach
Der Whole Institution Approach bedeutet, dass eine Bildungseinrichtung Nachhaltigkeit nicht nur unterrichtet, sondern in Gebäude, Verpflegung, Beschaffung und Organisation selbst lebt.
Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe nutzt Strom, um Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf ein Temperaturniveau zu heben, mit dem sich ein Gebäude heizen lässt.
Wärmewende
Die Wärmewende ist der Umstieg beim Heizen und Warmwasser von Öl und Gas auf klimafreundliche Wärme aus Wärmepumpen, Wärmenetzen und erneuerbaren Quellen.

Ö

Ökologischer Fußabdruck
Der ökologische Fußabdruck misst, wie viel biologisch produktive Fläche nötig wäre, um den Verbrauch eines Menschen oder Landes dauerhaft zu decken.