Klimabildung in Köln: Wie Kita, Schule und Erwachsenenbildung Klimaschutz vermitteln
Klimabildung vermittelt, wie der Klimawandel entsteht und was man dagegen tun kann – und lässt Lernende selbst etwas verändern. In Köln geschieht das in Kitas, Schulen, an außerschulischen Lernorten und in der Erwachsenenbildung, meist im Rahmen von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Klimabildung ist ein Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Gute Klimabildung verbindet drei Dinge: verstehen, erleben, gestalten. In Nordrhein-Westfalen begleitet das Landesprogramm „Schule der Zukunft“ Schulen bei BNE. In Köln wurde die Volkshochschule 2023 beim Nationalen Preis für BNE unter die 20 besten Initiativen Deutschlands gewählt. Unsere Auswertung der Google-Suchvorschläge zeigt 266 Anfragen rund um Schule, Kita und Unterricht und 191 zu BNE.
Was ist Klimabildung?
Klimabildung ist Bildungsarbeit, die Wissen über Ursachen und Folgen des Klimawandels mit der Fähigkeit verbindet, im eigenen Umfeld Klimaschutz umzusetzen. Sie richtet sich an alle Altersgruppen, von der Kita bis zur Erwachsenenbildung.
Reines Faktenwissen reicht dafür nicht. Wer weiß, dass CO₂ den Treibhauseffekt verstärkt, heizt deshalb noch nicht anders. Klimabildung zielt darauf, dass Lernende Zusammenhänge erkennen, Handlungsmöglichkeiten bewerten und selbst aktiv werden. Die Fachdebatte nennt das Gestaltungskompetenz.
Klimabildung ist kein eigenes Schulfach. Sie taucht in Sachunterricht, Erdkunde, Biologie, Physik, Politik und Religion auf – und im Schulalltag selbst, etwa beim Heizen, in der Mensa oder auf dem Schulweg.
Wie hängen Klimabildung und BNE zusammen?
Klimabildung ist ein Teilbereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung. BNE umfasst neben dem Klima auch Konsum, globale Gerechtigkeit, Biodiversität und Demokratie und ist ein von der UNESCO getragenes Bildungskonzept.
In der Praxis ist die Trennung selten scharf. Ein Projekt zum Schulessen berührt Klima (Emissionen der Ernährung), Gesundheit, Landwirtschaft und Gerechtigkeit zugleich. Deshalb arbeiten die meisten Programme in Nordrhein-Westfalen unter dem Dach von BNE und behandeln das Klima als eines von mehreren Kernthemen.
Für Schulen in NRW ist das Landesprogramm „Schule der Zukunft“ der zentrale Rahmen. Es begleitet Schulen bei BNE-Projekten und wird von der BNE-Agentur NRW koordiniert, die zugleich Fach- und Koordinierungsstelle des Landes ist.
Was macht gute Klimabildung aus?
Gute Klimabildung folgt dem Lern-Dreieck „Verstehen – Erleben – Gestalten“: Lernende verstehen die Ursachen, erleben Klima und Natur an echten Orten und gestalten selbst eine Veränderung in ihrem Umfeld.
Das Lern-Dreieck ist unser Prüfraster für Projekte und Unterrichtsreihen:
- Verstehen: Grundlagen wie Treibhausgase, CO₂-Fußabdruck und Klimafolgen altersgerecht erklären – mit echten Zahlen statt Schlagworten.
- Erleben: Lernen an außerschulischen Lernorten: im Wald, im Gemeinschaftsgarten, an einer Messstation, im Heizungskeller der eigenen Schule.
- Gestalten: ein Vorhaben, das tatsächlich etwas verändert – Stromverbrauch der Schule messen und senken, Fahrradstellplätze beantragen, die Mensa befragen.
Fehlt eine Ecke, bleibt die Wirkung schwach. Nur Verstehen erzeugt leicht Ohnmacht, nur Erleben bleibt Ausflug, nur Gestalten ohne Hintergrund wirkt beliebig.
Am stärksten wirken Projekte, in denen die Einrichtung selbst zum Lerngegenstand wird. Die Fachwelt nennt das Whole Institution Approach: Kinder und Jugendliche untersuchen den Energieverbrauch ihrer Schule, das Essen in der Mensa oder den Schulweg und erarbeiten Vorschläge. Das Ergebnis ist messbar, und die Lernenden erleben, dass ihre Arbeit Folgen hat.

Wie gelingt Klimabildung in der Kita?
Klimabildung in der Kita setzt bei Naturerfahrung und Alltagsroutinen an: draußen spielen, Pflanzen wachsen sehen, Licht ausschalten, Essen nicht wegwerfen. Abstrakte Begriffe wie CO₂ sind in diesem Alter noch nicht nötig.
Kinder im Kita-Alter lernen über Erleben und Nachahmen. Bewährte Ansätze sind ein Hochbeet im Außengelände, gemeinsames Mülltrennen, „Energiedetektive“, die schauen, wo Licht unnötig brennt, und Ausflüge zu Bauernhof oder Wald. Entscheidend ist, dass die Erwachsenen die Routinen vorleben.
Wie lässt sich der Klimawandel in der Schule unterrichten?
Den Klimawandel unterrichtet man in der Schule am besten fächerübergreifend und projektorientiert: Grundlagen in Sachunterricht oder Naturwissenschaften, gesellschaftliche Fragen in Politik und Erdkunde, eigene Vorhaben im Schulalltag.
Für die Grundschule eignen sich einfache Modelle: der Treibhauseffekt als „Decke“, der Kohlenstoffkreislauf als Reise eines Kohlenstoffatoms. In der Sekundarstufe kommen Daten hinzu: Temperaturreihen, Emissionsfaktoren, die Klimaziele der eigenen Stadt. Unsere Rechner liefern dafür nachprüfbare Werte für Köln, etwa den CO₂-Wegerechner für den Schulweg.
Wichtig ist der Umgang mit Gefühlen. Klimaangst ist bei Jugendlichen verbreitet. Lehrkräfte entlasten, indem sie Sorgen ernst nehmen und jede Problemanalyse mit einer Handlungsmöglichkeit verbinden.
Bei Projekten mit Daten über Schülerinnen und Schüler – etwa einer Befragung zum Schulweg – gelten die Datenschutzregeln der Schule. Fragen Sie nach Verkehrsmittel und Entfernung, nicht nach Adressen, und werten Sie nur zusammengefasst aus.
Welche Angebote für Klimabildung gibt es in Köln?
In Köln bieten Volkshochschule, Universität, städtische Stellen und zahlreiche Vereine und Lernorte Klimabildung an. Die VHS Köln wurde 2023 beim Nationalen Preis für BNE unter die 20 besten Initiativen in Deutschland gewählt.
Die Volkshochschule Köln hat laut Stadt Köln Angebote von der Kita bis ins hohe Alter. An der Universität zu Köln fand ein BNE-Fachtag statt, der Fachkräfte aus Kitas, Schulen, Ganztag und freien Trägern zusammenbrachte; dort stellte sich auch das Kölner BNE-Netzwerk vor. Für Schulen ist zudem das Landesprogramm „Schule der Zukunft“ eine Anlaufstelle.
Daneben gibt es in Köln viele außerschulische Lernorte zu Natur, Energie, Wasser und Ernährung. Wir stellen sie nach und nach vor – nur mit geprüften Angaben und Link zur offiziellen Seite des Anbieters.
💬 Einschätzung der Redaktion
Klimabildung scheitert selten am fehlenden Material, sondern an fehlender Zeit und an Projekten ohne Folgen. Unser Rat: lieber ein kleines Vorhaben, das wirklich etwas verändert und dessen Ergebnis man messen kann, als eine große Projektwoche ohne Anschluss. Der Stromzähler der eigenen Schule ist dafür ein besseres Lernobjekt als jedes Arbeitsblatt.
- Klimabildung ist Teil von BNE und zielt auf Handeln, nicht nur auf Wissen.
- Prüfraster: das Lern-Dreieck Verstehen – Erleben – Gestalten.
- Kita: Naturerfahrung und Routinen; Schule: fächerübergreifend und projektorientiert.
- NRW-Rahmen für Schulen: „Schule der Zukunft“, koordiniert von der BNE-Agentur NRW.
- Köln: VHS 2023 unter den 20 besten BNE-Initiativen Deutschlands.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Klimabildung und BNE?
Klimabildung ist ein Teilbereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). BNE umfasst zusätzlich Themen wie Konsum, globale Gerechtigkeit, Biodiversität und Demokratie.
Ab welchem Alter kann Klimabildung beginnen?
Klimabildung beginnt in der Kita mit Naturerfahrung, Energiesparen und Müllvermeidung im Alltag. Abstrakte Zusammenhänge wie der Treibhauseffekt passen ab dem Grundschulalter.
Wie kommt eine Kölner Schule an Unterstützung für BNE?
In NRW begleitet das Landesprogramm „Schule der Zukunft“ Schulen bei BNE; koordiniert wird es von der BNE-Agentur NRW. Außerschulische Lernorte in Köln bieten zusätzlich Programme für Klassen an.
Wie spricht man mit Kindern über Klimaangst?
Gefühle ernst nehmen, altersgerecht informieren und vor allem gemeinsam etwas tun. Handeln in der Gruppe entlastet oft mehr als Verzichtsappelle.
Quellen
- Stadt Köln: VHS eine der besten Einrichtungen bei Bildung für nachhaltige Entwicklung (abgerufen am 07.11.2026)
- Land NRW: Ministerium fördert Bildung für nachhaltige Entwicklung (abgerufen am 07.11.2026)
- Universität zu Köln, ZfL: BNE-Fachtag (Programm) (abgerufen am 07.11.2026)